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Rowan Pullunder

Hochmotiviert gestartet – und fast
verzweifelt an der Anleitung

Kennt ihr dieses Gefühl? Man sieht ein Strickprojekt und ist sofort Feuer und Flamme. Genau so ging es mir mit diesem Pullunder. Die Wolle war ausgesucht, die Nadeln lagen bereit und die Motivation hätte kaum grösser sein können. In meinem Kopf sah ich das fertige Stück schon vor mir – gemütlich, zeitlos und natürlich selbstgemacht.

Doch dann kam der Moment der Wahrheit: die Anleitung.
Was auf den ersten Blick machbar aussah, entpuppte sich beim genaueren Lesen als echte Geduldsprobe. Verschachtelte Sätze, Abkürzungen, die man erst entschlüsseln musste, und Schritte, bei denen ich mich fragte, ob ich stricke oder gerade ein Rätsel löse. Kurz gesagt: Ich war am Rande der Verzweiflung.

Rowan Pullunder Chilet

Nach einigem Hin und Her – und mehr als einem tiefen Seufzer – habe ich beschlossen, einen anderen Weg zu gehen. Statt mich weiter von der Anleitung stressen zu lassen, habe ich sie nach meinem eigenen Gusto angepasst. Reihen zusammengefasst, unnötige Komplexität rausgenommen und das Ganze so vereinfacht, dass es für mich stimmig und nachvollziehbar war.

Und siehe da: Plötzlich floss das Stricken wieder. Die Maschen liefen leichter über die Nadeln, der Spass kam zurück und der Pullunder wuchs Reihe für Reihe. Genau so sollte es doch sein. Für mich hat sich wieder einmal bestätigt: Anleitungen sind grossartige Wegweiser – aber kein Gesetz. Stricken darf individuell sein, und manchmal entsteht gerade durch Vereinfachung etwas richtig Schönes.

Am Ende zählt nicht, ob man sich sklavisch an jede Vorgabe gehalten hat, sondern ob man Freude am Prozess hatte und ein Ergebnis in den Händen hält, das einem gefällt. Dieser Pullunder ist dafür das beste Beispiel.

Eigenes Strickmuster
Mein Vorderteil

Das Vorderteil ist inzwischen fast fertig – und was soll ich sagen: Ich bin verliebt. Mit jeder gestrickten Reihe wächst nicht nur das Projekt, sondern auch meine Begeisterung. Die Form, die Struktur und das Gefühl der Wolle in den Händen machen einfach Freude, und langsam lässt sich erahnen, wie der Pullunder am Ende wirken wird.

Ein kleines Manko gibt es allerdings: Auf dem Foto kommt die Farbe leider nicht so zur Geltung, wie sie es in Wirklichkeit tut. In natura ist sie viel lebendiger und wärmer, als das Bild vermuten lässt. Manchmal lassen sich diese besonderen Nuancen einfach nicht einfangen – umso mehr freue ich mich darauf, das fertige Stück bald im echten Licht zu zeigen.

Ein weiterer Meilenstein ist geschafft: Das zweite Teil ist auf den Nadeln – und ich komme massiv voran. Sobald der Knoten im Kopf gelöst war, lief es fast wie von selbst. Das Muster ist denkbar einfach, im Grunde das vom ersten Teil, nur verdoppelt. Genau diese Wiederholung sorgt für einen angenehmen Strickfluss und lässt die Reihen nur so dahingleiten.

Langsam, aber sicher, muss ich mich nun mit dem Gedanken anfreunden, dass bald der nächste Schritt ansteht: das saubere Zusammennähen. Nicht unbedingt mein Lieblingsteil eines Projekts, aber ein unverzichtbarer. Denn erst dabei fügt sich alles zu einem Ganzen zusammen – und aus zwei Einzelteilen wird endlich ein richtiges Kleidungsstück.

Fortschritt Rowan Pullunder
zweite Hälfte Muster Rowan Pullunder

Rechnen und ich – wir waren heute definitiv kein Dreamteam. Ich habe mir fast die Zähne daran ausgebissen, auszurechnen, wo genau ich mit den Abnahmen für den Ärmel starten muss, damit die Maschenzahlen für Vorder- und Hinterteil am Ende auch wirklich zusammenpassen. Spoiler: Die Maschen hatten offensichtlich andere Pläne als ich.

Gefühlt habe ich fünfmal neu angefangen. Rechnen, zweifeln, verwerfen. Noch mal rechnen, wieder zweifeln. Kurz überlegen, ob man das Ganze nicht einfach „nach Gefühl“ lösen kann. Jedes Mal war ich mir sicher: Das ist es! – nur um fünf Minuten später alles erneut infrage zu stellen.

Irgendwann kam dann der Moment, in dem ich mir dachte: So. Jetzt reicht’s. Die Berechnung fühlt sich halbwegs logisch an, mein Bauch sagt „passt schon“ und die Nadeln wollten auch endlich wieder bewegt werden. Also habe ich mich mutig dafür entschieden, meiner Rechnung zu vertrauen – und hoffe nun sehr, dass am Ende nicht plötzlich Vorder- und Hinterteil auf unterschiedlichen mathematischen Planeten landen.

Drückt mir die Daumen. Und falls nicht alles passt: Improvisation ist ja bekanntlich auch eine Form von Design 😉

Blauer Garnknäuel

Woher ist die Wolle?

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich die Wolle von Amazon habe. Ich kaufe sonst wirklich nichts in deren Shop aber irgendwie wurde ich bei meinen Lieblingsshops nicht fündig zu einem vernünftigen Preis.

Webshop von Junghanswolle

Woher ist das Muster?

Das Strickmuster habe ich von der Webseite von Junghanswolle. Die Anleitung findet ihr hier. Die Kosten für die Anleitung sind CHF 7.50. ACHTUNG: das Lesen der Anleitung war für mich viel zu kompliziert... Also meiner Meinung nach nichts für Anfänger.

Strickzubehör-Set

Was du sonst noch benötigst

Stricknadeln in der Stärke 3 mm für Bündchen und 3,5 mm für den Rest. Am besten arbeitest Du mit Rundstricknadeln 40/80 cm. Das ist für mich am einfachsten.

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